Lokales Bündnis für Familie
Die Stadt Blieskastel und die Gemeinde Kirkel haben den Anfang gemacht. Ende November 2004 hat sich das Blieskasteler Bündnis für Familien gebildet, koordiniert von der Frauenbeauftragten Annelie Faber-Wegener und Jugendpflegerin Dagmar Schuler. Anfang Juli hat auch die Gemeinde Kirkel ein Lokales Bündnis gegründet, verantwortlich sind Beigeordneter Dr. Walter Nägle und Jugendpfleger Armin Jung. Arbeitsgruppen wie "Senioren", "Vereinbarkeit von Familie und Beruf", "Verkehr", in denen Bürger und Bündniskoordinatoren zusammenarbeiten, versuchen, Strukturen für eine familienfreundlichere Kommune zu schaffen. Die Einrichtung eines Besuchsdienstes für Senioren oder die kurzfristige Kinderbetreuung über eine "Leihoma/Leihopa-Börse" sollen im Bündnis koordiniert werden.
Da die Aufgaben vielfältig seien und vieler Ressourcen bedürften, sei es ein Anliegen des Kreises, die Bündniskoordinatoren zu unterstützen. Zu diesem Zweck hatte Landrat Clemens Lindemann Bettina Volprecht vom Bonner Servicebüro in die Homburger Kreisverwaltung eingeladen, um mit Blieskastel und Kirkel ein Kreisbündnis zu schließen. Da eine solche "Allianz" stark wird mit starken Partnern, waren in der Runde vertreten Dr. Uwe Rentmeister für die Industrie- und Handelskammer des Saarlandes, Bernd Reis für die Handwerkskammer des Saarlandes und Doris Gaa für die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Saarpfalz-Kreises, Margit Honzcek für die DGB-Frauen. Die freien Träger Arbeiterwohlfahrt, Caritas und Lebenshilfe sowie die Kirchen, die im Kreis u.a. für die Betreuung in den verschiedenen Vorschuleinrichtungen mitsorgen, waren vertreten durch Marliese Blum, Klaus Tussing, Jürgen Grötschel, Pfarrer Wilfried Bohn und Pfarrer Pirmin Weber. Familienpolitische Impulse kommen auch aus dem Jugendhilfeausschuss und den Kreistagsfraktionen, CDU, Familienpartei und SPD hatten deshalb ihre Vertreter geschickt. "Das "Bündnis für Familien im Saarpfalz-Kreis" ist ein stetiger Entwicklungsprozess, zu dessen Gelingen auch die anderen fünf Städte und Gemeinden, die heute durch den Bexbacher Bürgermeister Heinz Müller bzw. Verantwortliche aus den Verwaltungen vertreten sind, beitragen können. Auch der Homburger Oberbürgermeister Rippel möchte sich ausdrücklich daran beteiligen", warb Lindemann für weitere Zusammenschlüsse. Nicht nur durch die Kreisebene soll die Bündnisarbeit forciert werden. Auch Innenministerin Annegret Kamp-Karrenbauer hatte sich im Mai dafür stark gemacht. Die zuständige Staatssekretärin, Gaby Schäfer, war deshalb in die Kreisstadt gekommen, um die Bereitschaft zur Hilfestellung zu bekunden. Auch im Landkreis Merzig-Wadern sei man dabei, ein Kreisbündnis einzugehen, so die Staatssekretärin.
Die Anfragen aus den Lokalen Bündnissen werden koordiniert von einem Mitarbeiterteam in der Kreisverwaltung aus den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Ehrenamtbörse, Jugendamt und Frauenbüro. Landrat Lindemann regte an, dass sich die Vertreter der Kammern, Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Gewerkschaften, freien Träger und Kirchen in einem Bündnisrat zusammenschließen. Dieser sollte regelmäßig über die von den Kreismitarbeitern gebündelten Anliegen aus den Lokalen Bündnissen beraten. Dr. Rentmeister von der IHK betonte, dass immer mehr Firmen auf Familienfreundlichkeit setzen: "Familienfreundlichkeit im Unternehmen ist in vielen Modellen denkbar. Weiterbildungsmöglichkeiten und Kontakthalten während der Elternzeit, das Sponsern von wohnortnahen Kinderbetreuungsplätzen können zur Mitarbeitermotivation und -bindung beitragen." "Die Position der Bündnisse in den Kommunen ist zu schwach, um die Wirtschaft zu sensibilisieren. Hier liegen die Chancen in der Zusammenarbeit mit dem Kreis und im Verbund einer wachsenden Bündnisfamilie", meinte der Kirkeler Beigeordnete. Eine Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit im Kirkeler Bündnis, das Vermitteln von Fachleuten für den Aufbau eines Internauftritts als Kommunikationsforum und Moderatorenschulungen werden in Abstimmung mit dem Blieskasteler Bündnis die ersten Aufgaben des Kreisbündnisses sein.
