Zum Tag der Pressefreiheit - Journalismus in der digitalen Welt

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08.05.2018

Zum Tag der Pressefreiheit - Journalismus in der digitalen Welt



Kamen zum Thema „Demokratie und Medien“ im Homburger Forum zusammen (v. l.): Dr. Marius Schneider, Silke Burmester, Florian Mayer, Dr. Theophil Gallo, Ulli Wagner und Uwe Conradt. Foto: Sandra Brettar
2017 ist viel über Pressefreiheit gesprochen worden. Soviel wie lange nicht mehr. Den Anstoß gab der Welt-Journalist Deniz Yücel, der wegen Terrorvorwürfen ein Jahr in der Türkei ohne Anklage inhaftiert war. Den Internationalen Tag der Pressefreiheit am 3. Mai dieses Jahres haben der Saarländische Journalistenverband e. V., die Siebenpfeiffer-Stiftung und die Landesmedienanstalt Saarland im zweiten Jahr zum Anlass genommen, um u. a. auf derartige Willkür- und Gewaltmaßnahmen an Journalisten hinzuweisen. Grundsätzlich ging es bei dieser mit hochkarätigen Referenten besetzten Veranstaltung mit dem Titel „Demokratie und Medien - Journalismus  in der digitalen Welt“ darum, die Funktion der Medien für eine demokratische Gesellschaft zu beleuchten. 
Dr. Theophil Gallo, Landrat des Saarpfalz-Kreises und Vorsitzender der Siebenpfeiffer-Stiftung, öffnete  gerne für diese besondere Veranstaltung die Türen des Forums in Homburg. Denn Jakob Siebenpfeiffer, von 1818 bis 1830 erster „Landcommissär“ des ehemaligen Landkreises Homburg, ist es gewesen, der im Vormärz die Grundlagen für unsere heutige demokratische Verfassung gelegt hat.
Dr. Theophil Gallo begrüßte die Referenten und Gäste, fand einleitende Worte u. a. zur mittelbaren Beeinflussung der Medien und Presse durch die Digitalisierung und zollte auch dem jüngsten Siebenpfeiffer-Preisträger, dem türkischen Journalisten Can-Dündar Tribut. Der Landrat sieht nicht nur Gefahren durch die Digitalisierung für den Journalismus, sondern auch Chancen. Feststeht für ihn: „Wir brauchen die freien Medien.“
Den Dialog mit den Experten aus der Medienbranche moderierten Ulli Wagner, Vorsitzende des Saarländischen Journalistenverbandes, und ihr Stellvertreter Florian Mayer. Wagner  gab eine Bestandsaufnahme - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - zur Lage der Pressefreiheit in Europa und in der Türkei. In keiner anderen Weltregion habe sich die Lage der Pressefreiheit im vergangenen Jahr so stark verschlechtert wie in Europa, führte Ulli Wagner die Zusammenfassung der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ an, die Mitte April die Rangliste der Pressefreiheit 2018 veröffentlichte.  Serbien gehört demnach zu den fünf Ländern, deren Platzierung sich in der neuen Rangliste weltweit am stärksten verschlechtert hat.  Neben Serbien nannte Ulli Wagner  - mit erschütternden Beispielen wie dem Mord an der maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia belegt - Tschechien, Slowakei  und Malta. Für Ulli Wagner ist Pressefreiheit das, was Siebenpfeiffer & Co erkämpft und zum Teil mit ihrem Leben bezahlt haben und wofür mutige und sorgfältige Journalisten gebraucht werden.

„Es ist eine erschreckende Konsequenz des Erstarkens der Autokratie und der antidemokratischen Bewegung weltweit, dass es um die Pressfreiheit gerade dort zusehends schlechter bestellt ist, wo wir sie für sicher hielten“, bestätigte auch die freie Journalistin Silke Burmester, die sieben Jahre lang für die „taz“ das Mediengeschehen in Deutschland kommentierte. Sie wünschte sich in ihrem leidenschaftlichen Plädoyer mehr Menschen, die sich für den Fortbestand der Pressefreiheiten einsetzen. Sie erklärte aus ihrer Sicht, wie sukzessive das Verständnis und die Wertschätzung für die Arbeit der Journalisten zerstört wurde und hielt nicht hinterm Berg: „Wer eben noch Vertreter der vierten Macht war, ist nun der Arsch vom Dienst“. Sie sieht die Schwächung der Journalisten durch die Verlage und Medienhäuser und „durch diese eigenartige, sich auf einmal entladende Wut unserer Mitmenschen auf unseren Berufsstand“. Woraus sie schlussfolgerte: „Wer die Pressefreiheit stärken will, muss die Journalistinnen und Journalisten stärken.“ 
Im Gespräch mit Silke Burmester und Uwe Conradt, seit Mai 2016 Direktor der LMS und Geschäftsführer der Saarland Medien GmbH, lancierte Florian Mayer die Themen Digitalisierung und Qualitätsjournalismus.  Passend zum Thema konnte Marc Hoffmann, Junior Korrespondent im ARD-Hörfunkstudio in Washington, dem Forum live via Sky zugeschaltet werden. Sein Thema: „Journalismus im Trump-Zeitalter“.  Er sprach über seine Arbeit vor Ort, versicherte, dass Twitter das Recherche-Tool schlechthin sei und dass man sich bei der Recherche  auf die „Platzhirsche“ der Medienbranche wie New York Times und Washington Post verlassen müsse. Diese profitierten von dem Trump-Effekt und regionale Themen hätten es demnach schwer. Klar auch Hoffmanns Aussage: „Das echte Blatt ist nicht mehr wichtig. Die Online-Seite geht vor.“  Zum Thema Pressfreiheit konstatierte er, dass der Journalismus in Amerika  im Vergleich zu Europa als vierte Gewalt mehr gelebt und mit Stolz getragen werde.

Abschließend referierte Dr. Marius Schneider, ehemaliger geschäftsführender Redakteur der Welt-Gruppe, seit August 2016 Managing Integration Officer der Geschäftsführung WeltN24 GmbH, über „Neue Strukturen, neue Chancen, neue Herausforderungen für die journalistische Arbeit“ in einem nicht minder spannenden Vortrag. Dabei kam auch den Zuhörern zugute, dass er mit Aussagen wie „Für ein Unternehmen, das guten Journalismus betreiben will, ist die finanzielle Basis eine wichtige Komponente“, die Expertenrunde adhoc auf den Plan rief und für weiteren Diskussionsstoff sorgte.



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Letzte Änderung: 08.05.2018

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